Das Wichtigste in Kürze

„Ich kann doch meinen Angehörigen nicht verhungern und verdursten lassen!“

Cicely Saunders – Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin sagte einst: „Der Mensch stirbt nicht, weil er aufhört zu essen und zu trinken – sondern er hört auf zu essen und zu trinken, weil er stirbt.“ Für Angehörige ist es oft schwer dies zu akzeptieren, denn Essen und Trinken haben während unseres gesamten Lebens eine zentrale Bedeutung, begleiten uns durch sämtliche Festlichkeiten und geben uns Trost. Wenn man nicht mehr viel tun kann, dann macht es oft den Anschein als könnte man mit der Zubereitung des Lieblingsessens wenigstens noch etwas Gutes tun und dem anderen eine Freude machen.

Wenn das Leben endet, verändert sich jedoch der Stoffwechsel und damit auch das Bedürfnis nach Essen und Trinken. Der Körper kann zugenommene Nahrung und Flüssigkeit ggf. gar nicht mehr verarbeiten, sodass Übelkeit und Erbrechen folgen oder sich Flüssigkeit in der Haut einlagert oder in der Lunge zurückstaut. Die Zeit, die der Betroffene dann mit diesen Beschwerden aushalten muss, könnte er viel sinnvoller im Beisammensein seiner Lieben verbringen. Die Erwartungshaltung, dass der Sterbende Essen und Trinken MUSS, kann eine große Belastung darstellen und immensen Druck für alle Beteiligten bedeuten.

 

Was ist mit künstlicher Ernährung und Flüssigkeitszufuhr?

Alternativ besteht natürlich immer die Möglichkeit über eine PEG-Anlage oder einen Port künstliche Nahrung und Flüssigkeit zu verabreichen. Maßgeblich dafür ist in erster Linie der Patientenwille. Sofern es eine Patientenverfügung gibt, ist diese verbindlich einzuhalten. Sofern der Patient seinen Willen nicht mehr äußern kann und dieser nicht festgeschrieben ist, muss innerhalb einer ethischen Fallbesprechung ein Konsens für das weitere Vorgehen gefunden werden.

Die Gabe künstlicher Ernährung und Flüssigkeit kann durch die erforderlichen invasiven Maßnahmen Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Diese gilt es sorgfältig abzuwägen. Außerdem ist es sehr individuell zu entscheiden, ob die Gabe von Nahrung und Flüssigkeit am Ende des Lebens eher Schaden anrichtet oder noch einmal eine gewisse Lebensqualität bringt. Eine pauschale, ethisch vertretbare Lösung für alle gibt es nicht.

 

Was kann ich denn dann noch für meinen Angehörigen tun?

Wenn man sich jedoch für das liebevolle Unterlassen entscheidet, kann man noch viel für den Sterbenden tun. Oftmals hat dieser zwar noch Spaß am Geschmack, aber eben nicht mehr an der bislang gewohnten Menge. Abhilfe kann hier eine gute Mundpflege bringen. So kann der Betroffene noch verschiedene Geschmäcker genießen ohne den Druck zu haben ein ganzes Menü verspeisen zu müssen. Ebenso entsteht ein Durstgefühl in diesem Prozess häufig nicht durch den Mangel an Flüssigkeit, sondern durch die entstandene Mundtrockenheit. Auch der Durst kann durch eine gute Mundpflege gelindert werden. Diese kann vielfältig gestaltet werden. Das Pflegepersonal hilft Ihnen sicher gerne weiter.

 

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Essen und Trinken am Lebensende [PDF]