PEG und parenterale Ernährung

PEG-Sonde

Durch die Gabe von künstlicher Ernährung kann ein geschwächter Körper gestärkt werden und es kann noch einmal zur Verbesserung der Lebensqualität kommen. In der palliativen Versorgung ist sie aber nicht immer gewinnbringend oder zielführend.

Die PEG-Sonde (perkutane endoskopisch kontrollierte Gastrostomie) ermöglicht mit Hilfe eines Schlauches den direkten Zugang in den Magen. Durch diesen Schlauch können nun Sondennahrung (speziell industriell hergestellte flüssige Nahrung), Flüssigkeiten und auch Medikamente verabreicht werden. Sie kann somit auch ausschließlich dem Zweck dienen, Medikamente über die PEG zu verabreichen.

Mittels einer Nahrungspumpe kann der Körper über einen Zeitraum von maximal 16 Stunden kontinuierlich von Nährstoffen versorgt werden oder die Nahrungsgabe erfolgt manuell zu den gewöhnlichen Essenszeiten und benötigt etwa eine Stunde.

Die Anlage einer PEG-Sonde erfolgt nur, wenn sie medizinisch notwendig ist und um eine ausreichende Aufnahme von Nahrung zu sichern. Sie kann auch einen Zusatz zur oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme darstellen und muss nicht ausschließlich verwendet werden. Ebenso kann sie auch nur zur Gabe von Medikamenten verwendet werden, die über diese verabreicht werden können.

Zu beachten ist, dass eine PEG-Sonde keinen Schutz vor einer Aspiration darbietet. Des Weiteren kann sie bei dem Betroffenen Unruhe verursachen, die dazu führt, dass versucht wird die Sonde herauszuziehen.

Dass sich durch eine PEG-Sonde die Lebenserwartung verlängert, ist nicht in allen Fällen gegeben, z.B. bei Hochbetagten, stark Unterernährten oder Betroffenen mit einem bösartigen Tumor. Auch im Sterbevorgang hat sie wenig Sinn, da die Verminderung von Hunger und Durst ein natürliches Erscheinen in dieser Phase ist.

 

Parenterale Ernährung

Wenn die orale Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist und auch eine Ernährung über eine Magensonde durch dauerhafte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall erschwert ist, kann es sinnvoll sein zur parenteralen Ernährung zu greifen.

Parenterale Ernährung bedeutet, dass die Nahrung unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes, also intravenös verabreicht wird. Dafür gibt es spezielle Nährstofflösungen, die über einen Portkatheter verabreicht werden. Mit Hilfe dieser Methode kann ein geschwächter Körper wieder gestärkt und stabilisiert werden und die Lebensqualität verbessern. Ziel ist langfristig wieder eine enterale Ernährungsweise zu ermöglichen.

In der palliativ-medizinischen Versorgung ist die Gabe von parenteraler Ernährung besonders unter Berücksichtigung des damit verbundenen Aufwands und der möglichen Komplikationen sowie unter ethischen Gesichtspunkten gut zu überdenken.