Essen am Lebensende

Essen spielt im Leben des Menschen eine zentrale Rolle. Umso schwerer ist es zu verstehen und zu akzeptieren, wenn jemand nicht mehr essen möchte. Besonders wenn es jemandem augenscheinlich nicht gut geht, wird versucht demjenigen über wohltuende Speisen oder das Lieblingsessen noch etwas Gutes zu tun. Doch wenn auch dies abgelehnt wird, beginnen die Sorgen. Am Ende des Lebens ist es jedoch ein ganz natürlicher Vorgang nicht mehr so viel Freude am Essen zu haben und immer weniger bis nichts mehr zu essen. Falls es eine weitere Ursache für die Nahrungsverweigerung gibt, kann versucht werden diese zu beheben. Doch sollten alle Mühen vergeblich sein, müssen weitere Alternativen sorgfältig überdacht werden.

 

Nahrungsverweigerung – Mögliche Ursachen und Praxistipps

Übelkeit und Erbrechen

Die Ursachen von Übelkeit und Erbrechen sind vielfältig.

Empfohlene Maßnahmen:

  1. Nicht zum Essen „zwingen“, individuelle Ernährung ermöglichen
  2. Leicht gewürzte und kühle Speisen anbieten, z.B. Apfelmus, Pudding, Eis
  3. Kühle, fruchtige Getränke anbieten
  4. Eiswürfel zum Lutschen
  5. Darauf achten, dass Betroffene/r nicht übermäßigem Essensgeruch ausgesetzt ist
  6. Ingwertee wirkt antiemetisch
Dysphagie (Schluckstörung)

Empfohlene Maßnahmen bei Dysphagie:

  1. Andicken von Nahrung und Getränken
  2. Weiches Essen oder pürierte bis passierte Nahrung geben
  3. Trinknahrung

Bei einer sehr schweren Dysphagie, welche ein hohes Aspirationsrisiko mit sich bringt, kann ggf. eine Ernährung mittels Sonde sowie Schlucktraining erforderlich sein.

 

Veränderter Speichelfluss

Eine Veränderung des Speichelflusses kann viele Ursachen haben: als Nebenwirkung von Medikamenten, als Folge von einer Infektion, zu wenig Flüssigkeit im Körper, psychisch bedingt, uvm. So kann es zu Mund-trockenheit, übermäßig vielem oder zähen Speichel kommen.

Empfohlene Maßnahmen bei Mundtrockenheit:

  1. Mineralwasser (mit Zitrone) oder Tees
  2. Achtung: Kamille und Salbei eher kontraproduktiv
  3. Brausepulver, Eiswürfel aus Joghurt oder Saft, gefrorenes Obst lutschen

Empfohlene Maßnahmen bei übermäßig viel Speichel:

  1. Kamille-, Salbei- oder Thymiantee
  2. Roter Traubensaft
  3. Empfohlene Maßnahmen bei zähem Speichel:
  4. Eiswürfel aus Zitronen- oder Apfelsaft
  5. Ananas- oder Papayasaft
  6. Brausepulver

 

Mund- und Schleimhautentzündung

Empfohlene Maßnahmen bei Mundschleimhautentzündung:

  1. Kleine Mahlzeiten, weiche und flüssige Kost anbieten
  2. Beim Essen regelmäßig Trinken, um Speisen anzufeuchten
  3. Keine sauren oder scharfen Speisen
  4. Keine trockenen und harten Speisen
  5. Sorgfältige Mundpflege

 

Obstipation (Verstopfung)

Empfohlene Maßnahmen bei Obstipation:

  1. Auf nüchternen Magen ein Glas warmes Wasser trinken sowie auf tägliche Flüssigkeitszufuhr von 1,5 bis 2l achten
  2. Ballaststoffreiche Nahrung anbieten (Vollkornprodukte, Haferflocken, Trockenobst, Gemüse, Hülsenfrüchte)
  3. Falls in der Bedarfsmedikation angeordnet: angesetzte Abführmittel einsetzen

 

Diarrhoe (Durchfall)

Empfohlene Maßnahmen bei Diarrhoe:

  1. Ausreichend Flüssigkeit anbieten, um dem Wasserverlust entgegenzuwirken
  2. Nach einer Nahrungskarenz mit kleinen Mahlzeiten anfangen (zunächst Toast, Zwieback, Banane, Suppe, Reis), kein Fett oder viele Gewürze verwenden
  3. Geriebener Apfel
  4. Rücksprache mit dem Arzt, um ggf. Medikamente einzusetzen