Total-Pain-Konzept

Das Total Pain-Konzept, wurde von Cicely Saunders, der Gründerin der Hospizbewegung, beschrieben. Der Schmerz bzw. das Leid des Menschen muss in verschiedenen Dimensionen erfasst werden. Der körperliche Schmerz wird ganzheitlich auf mehreren Ebenen beeinflusst: Seelisch, sozial und spirituell.

Mit diesem Modell wird versucht, den Schmerz als komplexes Erleben eines Menschen zu erklären. Eine alleinige Steigerung der Schmerzmittel reicht häufig nicht aus, da der Betroffenen ganzheitlich mit allen seinen Bedürfnissen betrachtet werden muss.

Besonders in einer palliativen Situation kommt der Betroffene in existenzielle Grenzsituationen, die nicht nur von einem körperlichen Schmerz dominiert wird, sondern auch von Leiden unterschiedlichster Ursache.

 

 

 

Oft stellen terminale Erkrankungen eine psychologische Ausnahmesituation dar. Neben den Schmerzen bringt die weiter fortschreitende Erkrankung häufig Einschränkungen mit sich. Der Betroffene ist mehr und mehr auf Hilfe angewiesen, macht sich womöglich Gedanken um seine Angehörigen, die ebenfalls von der Situation belastet sind und empfindet Trauer, Angst, oder Wut. Dies ist häufig ganz normal, und der jeweiligen Situation angepasst, kann jedoch auch zu Depressionen führen.

Auch auf sozialer Ebene sind meist Veränderungen zu beobachten. Der Betroffene ist eventuell nicht mehr in der Lage seiner Arbeit nachzugehen. Soziale Kontakte auf beruflicher und privater Ebene können nach und nach verloren gehen. Das eigene Selbstbild und auch das Selbstwertgefühl leiden häufig durch die fortschreitende Krankheit.

In der spirituellen Dimension spielen vor allem auch Sinnfragen eine Rolle. Betroffene hadern mit ihrem Schicksal und die große Frage nach dem „Warum?“ oder die Angst vor dem, was danach kommt, quälen die betroffene Person.

Gerade hier ist es wichtig in einem multiprofessionellen Team zusammenzuarbeiten, da unterschiedliche Berufsgruppen Experten für die jeweilige Ebene sein können. Neben Ärzten und Pflegekräften kommt hier auch die Rolle von Seelsorgern, Psychologen, Sozialarbeitern, ehrenamtlichen MitarbeiterInnen von Hospizgruppen, Physio- und Ergotherapeuten, Musik- und Kunsttherapeuten o.ä. zum Tragen. Die Zusammenarbeit im Team hilft dabei auf allen Ebenen Unterstützung zu leisten und somit den Schmerz und das Leiden zu lindern.